13 reasons why – ist der Hype es wirklich wert?

Hallo ihr Lieben,

vor knapp vier Wochen habe auch ich angefangen die neue, absolut gehypte, Netflix-Serie „13 reasons why – Tote Mädchen lügen nicht“ zu schauen. Dabei nimmt die Protagonistin Hannah Baker 13 Kassetten auf, in denen sie über ihre Erfahrungen von Mobbing, Gewalt, Vergewaltigung und sexueller Belästigung erzählt, welche schlussendlich zu ihrem Suizid führten. Es sind alle wichtige Themen, die förmlich dazu aufrufen, dass man über sie spricht. Über keine andere Netflix-Serie habe man so viel getwittert wie über diese.

Ehrlich gesagt habe ich die Serie auch gerne geschaut. Ich habe zwar schon bessere Serien gesehen, von denen ich gar nicht loskommen konnte, aber „13 reasons why“ war trotzdem spannend.

Besonders weil die Serie die Aufmerksamkeit auf Themen wie Mobbing, Vergewaltigungen etc. lenkt, hat sie zuerst positive Kritik erhalten.


Kritik für gefährliche Inhalte

Dennoch habe ich etwas auszusetzen. Selbstmord ist ein heikles Thema, besonders unter jungen Menschen. In der letzten Folge wird deutlich von ihrer Methode des Selbstmords erzählt, was ich kritisch finde. Zwar wird nicht explizit alles im Detail gezeigt, dennoch kann man sich den letzten Schritt sehr gut dazu denken. Die Methode und die Umstände während ihres Selbstmords sind deutlich erkennbar und da liegt das Problem. Selbst die Gesundheitsorganisation Mindframe alarmiert davor, den Ort und die Methode des Aktes zu zeigen. Zwar wird vor manchen Episoden vor den kommenden Inhalten gewarnt, aber diese Warnung sei zu wenig um den Nachahmungseffekt zu verhindern.


Die australische Gesundheitsorganisation Headspace Netflix vor, gefährliche Inhalte in Verbindung mit Selbstmord zu zeigen. Wie auf der Internetseite geschrieben, spalten sich die Meinungen in Australien. Einige sind der Meinung, dass die Erfolgsserie einen authentischen Umgang mit Selbstmord zeige, andere wiederum seien der Auffassung, dass die Serie ein gefährliches Bild über Selbstmord projiziert.

Netflix geht vor

Netflix hingegen wolle die Warnhinweise verstärken, sodass die Einblendung von Warnungen bereits am Anfang der Serie gezeigt wird und nicht nur vor der jeweiligen Episode. Außerdem hat Netflix eine Website geschaltet, auf der man Hilfe im jeweiligen Land suchen kann. Auf jeden Fall ein Anfang.


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Mit Primark-Tüte ins Theater

Hallo ihr Lieben,

heute leider etwas verspätet, aber besser als nie! Dieses Mal habe ich wieder ein paar Gedanken, die ich gerne mit euch teilen würde.


Mein Vater hat mich vor knapp zwei Wochen in London besucht. Wir hatten wirklich eine schöne Zeit und es tat gut ihn mal wieder für ein paar Tage um mich zu haben. Von ihm habe ich viel geerbt (was mir immer wieder auffällt), dazu gehört auch die Liebe zu Musicals. Ahhhh! Schon als mein Bruder und ich klein waren hat er uns immer mal wieder mit in ein Musical genommen. So habe ich unter anderem schon Mamma Mia, Starlight Express, Aladdin usw. gesehen. Jedes Mal habe ich mich tierisch darauf gefreut. Musical- (und Theater) besuche geben mir einfach immer ein besonderes Gefühl. Man kann für einen Moment in eine andere Welt eintauchen und man konzentriert sich nur auf das, was gerade in diesem Moment auf der Bühne passiert. Für mich waren und sind diese Besuche immer etwas ganz Besonderes. Schließlich geht man nicht jedes Wochenende ins Theater. Die Tickets sind nun auch nicht gerade spottbillig, aber nachvollziehbar, wenn man erst einmal weiß was da alles hinter steckt.

Da London mit einer der Musical-Metropolen ist, konnten wir nicht anders und mussten uns zusammen ein neues Stück ansehen. Nach einem kurzen Hin und her haben wir uns dann dazu entschlossen das Lieblingsstück meines Vaters, „das Phantom der Oper“, zu sehen. Er hatte es zwar schon einmal gesehen, aber das war schon einige Zeit her und schließlich sind die Interpretationen auch nochmal unterschiedlich von Stadt zu Stadt und Produktion zu Produktion. Die Vorfreude war riesig.

Und ich muss auch sagen, wir wurden nicht enttäuscht. Die Musik war super, die Kostüme und das Bühnenbild der Hammer und die Schauspieler klasse. Aber um das Stück selbst soll es heute gar nicht gehen. Viel mehr war ich erschrocken wo die Musicalszene gelandet ist. Das Stück fand im Her Majesty’s Theater statt, ein sehr sehr edles und schickes Theater, meiner Meinung nach.


In den letzten Jahren kann man sehen, dass die Theater- und Musicalszene aufgelockert wurde. Der Dresscode ist etwas legerer geworden. Eine gute Sache, finde ich. Aber dennoch denke ich, dass man sich wenigstens etwas schicker machen sollte. Man geht schließlich in ein Theater um ein Stück Kultur zu genießen. Keine Selbstverständlichkeit in meinen Augen.

Ich habe fast die Fassung verloren als ich im Saal ein Paar gesehen haben, die aussahen, als wären sie gerade vom längsten Shopping-Marathon ihres Lebens wiedergekommen. Rechts und links die übergroße Primarktüte. Ganz nach dem Motto: Ach, den Theaterbesuch in London müssen wir auch noch schnell abhaken.


Von den Vorstellungen davor war ich es gewohnt, dass es nicht erlaubt war Getränke, geschweige denn Essen, mit in den Saal nehmen zu dürfen. Dieses Mal war es erlaubt. Okay, keine große Sache. Obwohl ich es nicht ganz nachvollziehen konnte. Schließlich kann man es nicht umgehen, dass Leute aus Versehen Getränke umkippen oder klebrige Süßigkeiten in den Teppich treten. Meiner Meinung nach gehört das nicht in den Saal, einfach zur reinen Schonung des Theaters. Das Highlight kommt aber noch. Als in der Pause der Vorhang zu ging und die Lichter angeschaltet wurden, standen die Verkäufer von Süßigkeiten, Eis und Popcorn (!!!) bereits bereit. Wirklich? Ich kam mir vor wie im Kino. Leuten fingen an fleißig die kleinen Leckerbissen zu kaufen. Hier wurde in der Popcorntüte geraschelt, dort wurde nochmal das letzte Schnäppchen bei Primark begutachtet und auf der anderen Seite wurde fleißig das Ben&Jerry Eis geschleckt.


Ehrlich gesagt kam ich mir auf einmal so doof und bescheuert vor mit meiner eigenen Meinung, dass Theaterbesuche etwas ganz Besonderes sind und einen hohen Stellenwert haben. Das ist wohl nicht bei jedem der Fall. Ich möchte auch gar keinen verurteilen, soll jeder tun und lassen, was er für richtig hält. Ich persönlich finde es nur schade, wo sich die Theaterszene hin entwickelt hat. Vielleicht hat jemand ja die gleiche Meinung, vielleicht stehe ich auch alleine mit Meinung da.


Ist Euch schon mal etwas Ähnliches passiert? Erzählt es mir gerne!


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„In Neuseeland kann man sein.“

Hallo ihr Lieben,

Bei dem Geburtstag meines Onkels meinte eine ältere Freundin, die bereits Neuseeland schon vor 10 Jahren bereiste, folgendes:

„In Neuseeland kann man sein.“

Ich fand die Aussage total schön und fand mich dort total wieder. Auch wenn es nun schon eine etwas längere Zeit her ist, möchte ich meine Gedanken dazu loswerden. Auch gerade, weil ich einen kleinen Vergleich zum Leben in London ziehen kann. Klar, kann man London mit Neuseeland nicht vergleichen. Weltstadt gegen Natur pur funktioniert nicht. Aber jede Seite hat seine positiven und negativen Aspekte.

Mit der Zeit habe ich von mir selbst gelernt wie sehr ich eigentlich die Natur brauche. Fast jeden Tag finde ich mich lesend in einem Park wieder oder genieße einfach nur die Ruhe. Meinen Lieblingsplatz habe ich bereits gefunden. Ich liebe es auf meiner Lieblingsbank zu sitzen und die Vögel und das Wasser des Sees zu beobachten. Es beruhigt mich einfach.

„In Neuseeland kann man sein.“ Eine Aussage, in der man vieles reinlesen kann. Ich habe realisiert wie sorgenfrei ich in Neuseeland war. Ich habe das gemacht wozu ich gerade, in diesem Augenblick, an diesem Tag, Lust zu hatte. Diese Freiheit zu haben ist pures Glück. In Neuseeland habe ich nie zu einem Zeitpunkt irgendeine Form von Druck gespürt. Man konnte frei sein. Vielleicht war es auch die unfassbare Natur, die mir dieses Gefühl gegeben hat, vielleicht war es auch etwas Anderes. Aber genau kann ich es gar nicht beschreiben.

Andererseits schätze ich das Stadtleben auch total. Mich für eine Seite zu entscheiden, könnte ich nicht. Deshalb liebe ich Neuseeland ja so. Man hat die Möglichkeit in einer Großstadt zu wohnen und all die Vorteile des Stadtlebens zu genießen. Gleichzeitig braucht man nicht länger als 30 Minuten zu fahren, um in der Natur zu versinken und alles um sich herum zu vergessen. Luxus pur.

Ich weiß nicht wie dieses Land das macht, aber da ist etwas, dass konnte mir bisher kein Ort geben. Ob es die unfassbaren tollen Erlebnisse waren, die Erfahrung oder dass was ich gelernt habe. Ich weiß es nicht. Vielleicht muss ich es auch gar nicht wissen. Aber Neuseeland hat auf jeden Fall einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen bekommen.


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Warum ich kein Make-up mehr trage

Hallo ihr Lieben,

in letzter Zeit ist mir einiges aufgefallen, unter anderem, dass ich seit längerer Zeit kein Make-up mehr trage. Damit meine ich, dass ich nicht mehr alles Mögliche jeden Tag auf mein Gesicht schmiere. Ab und zu trage ich mal einen Lippenstift, aber das war es dann auch schon. Wenn ich abends weggehe, kommt vielleicht nochmal ein bisschen Lidschatten und Wimperntusche hinzu, aber ich mache schon lange kein Full-face-makeup mehr.


Alles hat angefangen als ich in Neuseeland war. Ich habe von Zeit zu Zeit weniger Make-up getragen. Ich konnte ja eh nicht alles mitnehmen und war mit meinen Utensilien eingeschränkt. Ich hatte schlicht und einfach keine Lust den ganzen Kram abends wieder abzumachen (und zu faul und geizig um mir überhaupt neue Abschminktücher zu kaufen). Beim Sport trage ich so oder so nie Schminke (kann ich persönlich auch nicht nachvollziehen warum man mit Schminke, die garantiert verläuft, ins Fitnessstudio geht) und genauso wenig hatte ich irgendetwas im Gesicht, wenn wir wandern gegangen sind. Der Gedanke, geschminkt in den Urwald zu gehen, fand ich schon total absurd. Außerdem habe ich mir gedacht, dass eine tägliche Schicht Puder, Highlighter und Rouge (etc.) nicht gerade zu einem besseren Hautbild beitragen kann.

Ich habe mich gefragt für wen oder was ich das überhaupt noch mache. Für mich selbst habe ich das schone lange nicht mehr gemacht. Das war auch mit der entscheidende Punkt. Ich habe nicht von heute auf morgen gesagt, dass ich keine Schminke mehr tragen will aus Gründen, die mir YouTube vorgibt. Ich, für mich, habe mich damit nicht mehr wohl gefühlt und habe den Sinn dahinter nicht mehr verstanden. Das war einfach nicht mehr ich, wenn ich mit Wimperntusche und co. aus dem Haus bin. Mit der Zeit habe ich gelernt, dass ich auch ohne Mascara, Blush und Bronzer selbstbewusst sein und ich selbst sein kann. Früher habe ich immer gedacht, dass ich dieses ganze Equipment brauche um selbstbewusster und schöner zu werden, um das dann auch nach außen zeigen zu können. Aber das ist Schwachsinn. Jeder ist am schönsten in seiner eigenen Haut ohne „Maske“.

Außerdem kaufe ich gar keine Schminke mehr. Ich will mein Geld nicht für so etwas ausgeben und spare es lieber. Der ganze Kram ist nämlich gar nicht so billig. Hinzu kommt, dass ich die ganzen YouTube-Videos nicht mehr schaue, in denen das Neuste vom Neusten gezeigt wird und dir reingeprügelt wird, dass das Produkt auf jeden Fall haben MUSST und du ohne nicht leben kannst. Du hast auch vorher ohne gelebt, dann wirst du die Zukunft auch ohne bestreiten können.

Ich trage kein Make-up mehr, weil es nicht mehr zu meiner Morgenroutine gehört. Ich trage es nur noch, wenn ich wirklich Lust dazu habe und ich es für mich mache. Das kommt meisten vor, wenn ich abends weggehe, aber im Alltag und tagsüber trage ich nichts mehr. Damit fühle ich mich persönlich einfach besser und selbstbewusster.

Nur so eine kleine Sache am Rande 😊


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Ja, ich glaube an Gott und?

Hallöle ihr Lieben,

heute habe ich mal etwas ganz anderes für euch. Ein paar Gedanken. Lasst mich gerne wissen, was ihr davon haltet.


Ich hätte ehrlich gesagt nie gedacht, dass ich das Thema einmal ins Netz stellen werde. Ich halte mich mit dem Thema Religion gerne etwas mit meinen Äußerungen zurück.

Leben und leben lassen. Auf dieses, fast schon, Lebensmotto bin ich mit einer sehr guten Freundin (fühl dich gerne angesprochen 😉 ) gekommen. Wir verwenden es immer wieder und ich denke, es steckt so viel Wahrheit dahinter. Jeder möchte doch einfach nur sein Ding durchziehen ohne blöde Kommentare zu bekommen. Dafür müssen wir aber erst einmal aufhören diese blöden Kommentare erst in die Welt zu setzten.

Die drei Wochen, die ich jetzt schon in London bin, ist mir eine Sache besonders aufgefallen. Ich war auf den Straßen unterwegs. Egal wo, egal wann. Immer mal wieder wurde ich von Menschen angesprochen. Ich habe damit überhaupt kein Problem und rede auch eigentlich gerne mit Fremden, sofern ich mich bei wohl fühle.

Als ich also auf dem Weg zurück in mein Hostel war, wurde ich von einem jungen Mann, ungefähr 25, angesprochen, ob ich mehr über Jesus Christus wissen möchte. Ich lehnte dankend ab.

Ein paar Tage später, genau an der gleichen Stelle, wurde ich von zwei Frauen mittleren Alters abgefangen. Sie hielten ein wenig Small Talk und ich wartete eigentlich nur darauf, wann sie mich nach dem Weg fragen würden. Schlussendlich kam dieser Moment aber nicht. Stattdessen wurde ich gefragt, ob ich an Gott glaube. Ich antwortete mit ja. Beide Frauen sahen mich ganz erstaunt an und wollten mehr wissen. „Erzähl doch mal.“ Ich lehnte erneut freundlich ab und ging weiter.

Immer wieder sieht man Menschen an den verschiedensten Ecken stehen. Alle religiös und wollen ihre Religion vertreten.

Ja, ich glaube an Gott. Das ist alles und mehr möchte ich auch gar nicht dazu sagen, ins Netz stellen oder mit Fremden teilen.

Ich finde es ja gut, dass Menschen sich für ihren Glauben einsetzen. Ich finde, das ist eine gute Sache. Aber irgendwo gibt es auch Grenzen, meiner Meinung nach. Hat es eine Religion wirklich nötig Menschen auf die Straßen zu schicken, um neue Anhänger zu gewinnen? Das mag zwar modern sein, aber ich bezweifle, dass es tatsächlich funktioniert. Gerne kann man mich von dem Gegenteil überzeugen. Ich denke, dass jedes Individuum sich für eine Religion entscheiden kann, sofern man überhaupt daran glaubt. Wenn ja, dann ist es doch jedem selbst überlassen inwiefern man diese Religion auslebt und mit anderen Menschen teilt. Für mich ist Religion etwas ganz Privates, was ich nicht gerne mit Fremden teile.

Leben und leben lassen.

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Typisch Deutsch… wie kennzeichnen wir uns wirklich?

Hallo ihr Lieben,

nach einigen Wochen Einlebungsphase sind mir ein paar Dinge in Deutschland aufgefallen, die ich gerne mit euch teilen möchte.


Kaum in Deutschland wieder angekommen, geht es alles von vorne wieder los. Böse Blicke von rechts, verurteilende und wertende Blicke von links. Wo kommen wir denn da hin?

Man merkt sofort, wenn man, in der sogenannten „Heimat“ wieder ankommt. Willkommen „Zuhause“ und willkommen zurück zwischen Menschenmassen, die dich gefühlt erdrücken und willkommen zu den schlecht gelaunten Menschen in der Schlange beim Bäcker oder auch sonst überall.

Man fühlt sich klein. So als würde man kaum existieren. Ganz plötzlich ist man nur noch eine Zahl. Aber war man das vorher nicht auch? Man weiß es nicht. Es ist ein Gefühl. Aber das Gefühl, eine unter vielen zu sein, ist doch ziemlich komisch. Was mir das Gefühl gibt, weiß ich selbst nicht so genau. Vielleicht die Menschen, vielleicht die Atmosphäre, vielleicht auch alles was zusammenkommt.

Man wird nicht nur von der Menschenmasse an sich erdrückt, nein, auch von dem Gewusel was um einem herrscht. Alle haben ihren eigenen Kopf, ihren eigenen Weg. Das ist ja auch gut so, aber irgendwo gibt es Grenzen. Deutsche sind naiv. Und das kann einem gehörig auf den Nerv gehen.


„ICH, ICH, ICH. Ach und vielleicht nochmal DU, aber eigentlich bin ICH viel wichtiger.“


Der nette Kundenservice der Deutschen Bahn bekommt nichts auf die Reihe und eigentlich ist es ihm auch total egal. Er hat ja eh gleich Feierabend.

Wenn man lächelnd durch die Straßen geht, wird von nur schief angeschaut. „Was ist die denn so glücklich?“, gute Frage. Eigentlich bin ich es nicht. Bei den muffeligen Gesichtern bekommt doch gleich selbst schlechte Laune.

Der super freundliche Kellner in der urigsten Kneipe hat auch mal wieder überhaupt kein Bock auf seine Arbeit. Bei seiner „ist doch alles scheiße“- Ausstrahlung muss er glatt erstmal eine rauchen. Und das sollte nicht die letzte Zigarette am Abend gewesen sein.

Ungeduld. Geduldig sein will gelernt sein. So tendieren viele Deutsche doch gerne dazu schon 10 Minuten früher aufzustehen, obwohl der Fernbus noch gar nicht an der Destination angekommen ist. Raus kommen wir doch alle. Ob drei Sekunden früher oder später macht doch dann auch keinen Unterschied.

Mal ganz davon abgesehen, dass allein das Wetter einen komplett depressiv macht. Aber das kann man ja leider nicht ändern. Aber falls jemand weiß, wie, sagt mir Bescheid. Aber auch selbst wenn es drei Tage lang durchgeregnet hat, muss man doch nicht so ein Gesicht ziehen. Man sollte viel lieber das schätzen was man hat und sich nicht immer gleich auf das Negative fixieren.

Aber ich will ja auch nicht alles schlecht reden. Deutschland hat wunderschöne Städte, die auch bei Regen und Kälte einfach schön sein können. Alte Gebäude und ein doch super ausgeprägtes Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln bringt einen gerne von A zu B. Die Kunst und Kultur ist klar in den Orten zu spüren. Deutschland hat seine schönen Seiten, das möchte ich auch gar nicht leugnen. Aber es noch das Wahre für mich ist…Ich weiß es nicht. Das wird die Zeit sagen.


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Heimat, Zuhause…Bin ich heimatlos?

Hallo ihr Lieben,

Mit meinen zwei längeren Aufenthalten im Ausland (Amerika und Neuseeland) habe ich mich gefragt, was für mich der Unterschied zwischen Zuhause und Heimat ist.


Nachdem ich also für längere Zeit in einem Land, mit anderen Menschen, in einem anderen Haus, in einer anderen Gegend gewohnt habe, ist mir aufgefallen, dass Zuhause eigentlich überall sein kann. Ich würde nicht von mir selbst behaupten, dass wenn ich in meine Kleinstadt zurückkomme, dass ich sage:“Endlich Zuhause!“, denn das ist es irgendwie nicht. Wenn ich zurück in das Haus meiner damaligen Gastfamilie in den USA komme, fühle ich mich genauso heimisch, wie wenn ich zurück nach Nelson zu meinen dortigen Gasteltern gehe. Jedes Mal ist es ein Wiedersehen und jedes Mal kommt das Gefühl von Zuhause wieder hoch. Die Erinnerungen und Gefühle werden wieder nach vorne geschoben. Es ist aber ein rein gutes Gefühl. Flashback zu den guten alten Zeiten.


Aber was ist ein „Zuhause“? Für mich ist es ein Ort, es muss nicht zwanghaft ein Haus sein, an dem ich gerne zurückkomme. An dem ich mich sicher und gut aufgehoben gefühlt habe und mich immer noch fühle. Ein Ort, an dem ich Erinnerungen habe, mir ein Umfeld aufgebaut habe. Ein Fleckchen Erde, an dem alles passt. Die Menschen, die Umgebung, die Atmosphäre.


  • Laut dem Duden ist „Zuhause“ eine Wohnung, in der jemand zu Hause ist (und sich wohlfühlt).

Wenn man unterwegs ist, sind die Gedanken ganz woanders. Dann schweben dir Gedanken wie diese im Kopf herum: Werde ich Freunde finden? Wie werde ich zurecht kommen? Schaffe ich es mir ein Umfeld aufzubauen? Dabei sind deine Gedanken im Hier und Jetzt. Aber diese „Sorgen“ werden so schnell vergehen, dass man erst einmal einen Moment braucht um zu realisieren, dass sich genau diese Sorgen in Luft aufgelöst haben. Man schafft alles mit ein wenig Zeit. So schnell wechselt man von Bedenken zu Höhepunkten und Erfahrungen.

Ich habe letztes einen sehr interessanten Artikel („The Hardest Part of Travelling that No One Talks About“) von Kellie Donnelley gelesen. Im folgenden Abschnitt habe ich mich voll und ganz wiedergefunden.

„But the sad part is once you’ve done your obligatory visits for being away for a year; you’re sitting in your childhood bedroom and realize nothing has changed. You’re glad everyone is happy and healthy and yes, people have gotten new jobs, boyfriends, engagements, etc., but part of you is screaming don’t you understand how much I have changed? And I don’t mean hair, weight, dress or anything else that has to do with appearance. I mean what’s going on inside of your head. The way your dreams have changed, the way you perceive people differently, the habits you’re happy you lost, the new things that are important to you. You want everyone to recognize this and you want to share and discuss it, but there’s no way to describe the way your spirit evolves when you leave everything you know behind and force yourself to use your brain in a real capacity, not on a written test in school. You know you’re thinking differently because you experience it every second of every day inside your head, but how do you communicate that to others?“


  • Laut dem Duden ist „Heimat“ ein Land, ein Landesteil oder ein Ort, in dem man (geboren und) aufgewachsen ist oder sich durch ständigen Aufenthalt zu Hause fühlt (oft als gefühlsbetonter Ausdruck enger Verbundenheit gegenüber einer bestimmten Gegend).

Sich heimisch fühlen, Zuhause sein. Schon mal drüber nachgedacht, wo genau der Unterschied liegt? Ich bisher auch nicht. Aber nachdem ich mir meine Gedanken dazu gemacht habe, wurde mir klar, dass (wie oben bereits erwähnt) Zuhause überall sein kann. Aber wann fühlt man sich heimisch? Wo ist die Heimat? Für mich ist meine Heimat dort, wo ich aufgewachsen bin, auch wenn ich mich dort nicht mehr so sehr Zuhause fühle, wie früher. Durch das Leben an verschiedenen Orten fängt man an sich heimatlos zu fühlen. Ein Stück Heimat hier, ein Stück Heimat dort. Aber wenn der Wunsch aufkommt wieder nach Hause zu kommen, weiß man gar nicht wohin. Das Herz ist zerrissen. Trotzdem würde ich sagen, dass meine Kleinstadt meine Heimat ist. Dort bin ich aufgewachsen, dort habe ich meine Kindheit und meine Jugend verbracht.

Aber lasst uns nicht unser Herz aufteilen. Wir können doch mehrere Herzen an mehreren Orten haben. Wir müssen ja keinen Kuchen an einem Ort backen, wir können auch mehrere unterschiedliche an verschiedenen Orten backen. Das ist doch auch um einiges spannender 😉 Vielleicht kann man dann ja sagen, dass wir heimatreicher sind. Es ist doch auch ein Privileg. Irgendwie gefällt mir das Wort „heimatreicher“. Es ist viel positiver. Das gefällt mir.


Für viele mag das unverständlich sein. Aber für mich ist es eindeutig. Ich habe kein richtiges Zuhause mehr und sich mit diesem Gedanken anzufreunden hat natürlich auch ein wenig gedauert. Aber so bin ich und so ist mein Leben.

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Hier bin ich wieder…

Vom „ich werde“ zu „ich bin“ zu „ich war“ in Neuseeland


Hallo ihr Lieben,

nach zwei Monaten Durchreise durch Neuseeland und Australien bin ich wieder im kalten und schlecht gelaunten Deutschland angekommen.

Ich möchte nicht stumpf aufzählen was ich gemacht habe, wo ich war und was ich gesehen habe. Das finde ich langweilig und dazu habe ich auch gar keine Lust. Es wird trotzdem neue Bilder in der Galerie geben, damit ihr euch einen Blick von Neuseeland verschaffen könnt. Viel mehr möchte ich meine Gedanken niederschreiben und euch erzählen was mir bewusst geworden ist.

In der letzten Zeit habe ich viel über mich gelernt. Ich habe neue Erfahrungen gemacht, habe mich in neue Abenteuer gestürzt. Dabei habe ich Ansichten und Perspektiven gewechselt und viel nachgedacht. Auch viel über Dinge, über die ich vorher noch nie in meinem Leben nachgedacht habe und das bin ich ganz allein den Menschen dankbar, denen ich während der Reise begegnet bin und mit denen ich immer noch in Kontakt stehe.

Man trifft so viele unterschiedliche Menschen, aber nur ein paar bleiben. Aber das ist auch gut so. Ich schätze Menschen, meine Lieben, mehr und habe gelernt Bekannte von Freunden zu unterscheiden.

„Man braucht nicht viele Freunde um glücklich zu sein“, das wird ja immer gesagt, aber das stimmt auch.

Vor einem halben Jahr dachte und hoffte ich auch, dass ich bereits mehrere Jahre meines Lebens in feste Plänen verpackt habe. Ich werde nach Neuseeland gehen, werde dies und das machen und dann vielleicht noch das. Und nächstes Jahr geht es dann nach Münster. Münster steht auch immer noch fest auf der Planung, aber ich denke die „Rahmenbedingungen“ haben sich geändert. Ich möchte kein Leben nach dem Motto „Schule, Uni und dann arbeiten“ führen. Was habe ich denn davon? Was bringen mir mehrere Bachelor Abschlüsse? Ich will nicht meine Abschlüsse zählen, ich will die Abenteuer zählen, die ich gemacht habe. So blöd es auch klingen mag. Vielleicht mag es für einige unter euch nach „Tumblr“ klingen.

Aber ich habe gelernt mit dem was man hat glücklich zu werden und das geht. Man braucht nicht die neuste Modeerscheinung oder das neuste iPhone. Trotzdem möchte ich studieren, keine Frage. Dabei geht es für mich aber viel mehr darum mich selbst zu verwirklichen. Ich gehe nicht nach Münster um meine Berufschancen zu verbessern. Ich gehe nach Münster, weil ich mich dafür interessiere und ich denke, dass ich mich dort selbst mehr verwirklichen kann, mit dem was ich dort lernen kann.

Ich will leben und das bewusst in jedem Moment.

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