Typisch Deutsch… wie kennzeichnen wir uns wirklich?

Hallo ihr Lieben,

nach einigen Wochen Einlebungsphase sind mir ein paar Dinge in Deutschland aufgefallen, die ich gerne mit euch teilen möchte.


Kaum in Deutschland wieder angekommen, geht es alles von vorne wieder los. Böse Blicke von rechts, verurteilende und wertende Blicke von links. Wo kommen wir denn da hin?

Man merkt sofort, wenn man, in der sogenannten „Heimat“ wieder ankommt. Willkommen „Zuhause“ und willkommen zurück zwischen Menschenmassen, die dich gefühlt erdrücken und willkommen zu den schlecht gelaunten Menschen in der Schlange beim Bäcker oder auch sonst überall.

Man fühlt sich klein. So als würde man kaum existieren. Ganz plötzlich ist man nur noch eine Zahl. Aber war man das vorher nicht auch? Man weiß es nicht. Es ist ein Gefühl. Aber das Gefühl, eine unter vielen zu sein, ist doch ziemlich komisch. Was mir das Gefühl gibt, weiß ich selbst nicht so genau. Vielleicht die Menschen, vielleicht die Atmosphäre, vielleicht auch alles was zusammenkommt.

Man wird nicht nur von der Menschenmasse an sich erdrückt, nein, auch von dem Gewusel was um einem herrscht. Alle haben ihren eigenen Kopf, ihren eigenen Weg. Das ist ja auch gut so, aber irgendwo gibt es Grenzen. Deutsche sind naiv. Und das kann einem gehörig auf den Nerv gehen.


„ICH, ICH, ICH. Ach und vielleicht nochmal DU, aber eigentlich bin ICH viel wichtiger.“


Der nette Kundenservice der Deutschen Bahn bekommt nichts auf die Reihe und eigentlich ist es ihm auch total egal. Er hat ja eh gleich Feierabend.

Wenn man lächelnd durch die Straßen geht, wird von nur schief angeschaut. „Was ist die denn so glücklich?“, gute Frage. Eigentlich bin ich es nicht. Bei den muffeligen Gesichtern bekommt doch gleich selbst schlechte Laune.

Der super freundliche Kellner in der urigsten Kneipe hat auch mal wieder überhaupt kein Bock auf seine Arbeit. Bei seiner „ist doch alles scheiße“- Ausstrahlung muss er glatt erstmal eine rauchen. Und das sollte nicht die letzte Zigarette am Abend gewesen sein.

Ungeduld. Geduldig sein will gelernt sein. So tendieren viele Deutsche doch gerne dazu schon 10 Minuten früher aufzustehen, obwohl der Fernbus noch gar nicht an der Destination angekommen ist. Raus kommen wir doch alle. Ob drei Sekunden früher oder später macht doch dann auch keinen Unterschied.

Mal ganz davon abgesehen, dass allein das Wetter einen komplett depressiv macht. Aber das kann man ja leider nicht ändern. Aber falls jemand weiß, wie, sagt mir Bescheid. Aber auch selbst wenn es drei Tage lang durchgeregnet hat, muss man doch nicht so ein Gesicht ziehen. Man sollte viel lieber das schätzen was man hat und sich nicht immer gleich auf das Negative fixieren.

Aber ich will ja auch nicht alles schlecht reden. Deutschland hat wunderschöne Städte, die auch bei Regen und Kälte einfach schön sein können. Alte Gebäude und ein doch super ausgeprägtes Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln bringt einen gerne von A zu B. Die Kunst und Kultur ist klar in den Orten zu spüren. Deutschland hat seine schönen Seiten, das möchte ich auch gar nicht leugnen. Aber es noch das Wahre für mich ist…Ich weiß es nicht. Das wird die Zeit sagen.


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Hier bin ich wieder…

Vom „ich werde“ zu „ich bin“ zu „ich war“ in Neuseeland


Hallo ihr Lieben,

nach zwei Monaten Durchreise durch Neuseeland und Australien bin ich wieder im kalten und schlecht gelaunten Deutschland angekommen.

Ich möchte nicht stumpf aufzählen was ich gemacht habe, wo ich war und was ich gesehen habe. Das finde ich langweilig und dazu habe ich auch gar keine Lust. Es wird trotzdem neue Bilder in der Galerie geben, damit ihr euch einen Blick von Neuseeland verschaffen könnt. Viel mehr möchte ich meine Gedanken niederschreiben und euch erzählen was mir bewusst geworden ist.

In der letzten Zeit habe ich viel über mich gelernt. Ich habe neue Erfahrungen gemacht, habe mich in neue Abenteuer gestürzt. Dabei habe ich Ansichten und Perspektiven gewechselt und viel nachgedacht. Auch viel über Dinge, über die ich vorher noch nie in meinem Leben nachgedacht habe und das bin ich ganz allein den Menschen dankbar, denen ich während der Reise begegnet bin und mit denen ich immer noch in Kontakt stehe.

Man trifft so viele unterschiedliche Menschen, aber nur ein paar bleiben. Aber das ist auch gut so. Ich schätze Menschen, meine Lieben, mehr und habe gelernt Bekannte von Freunden zu unterscheiden.

„Man braucht nicht viele Freunde um glücklich zu sein“, das wird ja immer gesagt, aber das stimmt auch.

Vor einem halben Jahr dachte und hoffte ich auch, dass ich bereits mehrere Jahre meines Lebens in feste Plänen verpackt habe. Ich werde nach Neuseeland gehen, werde dies und das machen und dann vielleicht noch das. Und nächstes Jahr geht es dann nach Münster. Münster steht auch immer noch fest auf der Planung, aber ich denke die „Rahmenbedingungen“ haben sich geändert. Ich möchte kein Leben nach dem Motto „Schule, Uni und dann arbeiten“ führen. Was habe ich denn davon? Was bringen mir mehrere Bachelor Abschlüsse? Ich will nicht meine Abschlüsse zählen, ich will die Abenteuer zählen, die ich gemacht habe. So blöd es auch klingen mag. Vielleicht mag es für einige unter euch nach „Tumblr“ klingen.

Aber ich habe gelernt mit dem was man hat glücklich zu werden und das geht. Man braucht nicht die neuste Modeerscheinung oder das neuste iPhone. Trotzdem möchte ich studieren, keine Frage. Dabei geht es für mich aber viel mehr darum mich selbst zu verwirklichen. Ich gehe nicht nach Münster um meine Berufschancen zu verbessern. Ich gehe nach Münster, weil ich mich dafür interessiere und ich denke, dass ich mich dort selbst mehr verwirklichen kann, mit dem was ich dort lernen kann.

Ich will leben und das bewusst in jedem Moment.

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