Slow/Fast Fashion – Was ist das? – Teil 2 der Marktwandelserie

Hallo ihr Lieben,

heute kommt der zweite Teil der „Die Bedeutung des Marktwandels“-Serie. Ich werde euch den Begriff Fast Fashion und Slow-Fashion erklären, die damit folgenden Marktveränderungen erläutern und euch zum Schluss die Folgen auflisten, die euch hoffentlich zum Nachdenken bringen werden.


Fast Fashion ist seit den 1980er Jahren ein ständig wachsendes Erfolgsmodell der Mode- und Textilindustrie. Dabei kopieren dominierende Modeketten wie H&M, Zara und co. Modelle direkt vom Laufsteg und intigrieren die neusten Trends in ihren aktuellen Kollektionen. Dies wiederum führt zu mehreren, genauer gesagt acht bis zwölf Kollektionen pro Jahr mit einer höheren Zahl von Auslieferungsterminen. Die Vorlaufszeit für Produktionen beträgt nur noch wenige Wochen, wodurch Stoffe im Voraus festgelegt werden müssen. Dadurch müssen Unternehmen entweder teure Transportwege in Kauf nehmen oder ihre Produktion so nah wie möglich an den Verkaufsort verlagern. Mit knappen Lieferterminen wird Druck auf die Lieferanten ausgeübt. Lohnkürzungen und ökologisch unverantwortliche Verfahren sind die Folge.

Durch eine Produktion zusätzlicher Kollektionen versuchen auch Luxusmarken ihr Unternehmen als aktuell und relevant erscheinen zu lassen. So soll das Untergehen der einzelnen Marken verhindert werden. Außerdem  soll durch eine schnelle Produktion (egal ob Luxusmarken oder nicht) und durch mehrere Kollektionen die Nachfrage angekurbelt werden. Greift man nicht rechtzeitig zu, ist das neue Modestück auch schon wieder verschwunden so schnell wie es gekommen ist. Zwischensaisonkollektionen tragen außerdem dazu bei dem Kunden zu signalisieren, dass man seine Gadrobe ständig zu wechseln hat, um modisch dabei sein zu können.

Ein weiterer Begriff lautet McFashion. Die Mode wird dabei mit leeren Kalorien verglichen. Durch das ständige Kaufen neuer Klamotten wird zwar der Kleiderschrank gefüllt, das Verlangen nach etwas neuem wird dabei aber nicht gestillt. Ich finde das beschreibt unser Kaufverhalten ziemlich gut.

Die damit verbundenen Folgen sind uns eigentlich alle bekannt: Wir haben viel zu viel Kleidung, die wir schlussendlich gar nicht alle tragen können. Durch schlechtere Qualität halten unsere Kleidungsstücke nur noch eine gewisse Zeit. Ob es nur ein kleines Loch im Shirt ist oder uns das Motiv auf dem Pulli nicht mehr gefällt, egal, ab in den Müll (Wegwerfmentalität). Massenproduktion und ein erhöhter Chemikalieneinsatz in den Produktionsländern wie China gehört zum Alltag. Schlussendlich leiden Menschen und unsere Natur. Denn selbst geringe Chemikalien in einzelnen Textilien führen in großen Sicht zur Verbreitung schädlicher Substanzen auf der ganzen Welt. Aber nicht nur die Produktionsländer haben Probleme mit dem Modekonsum. Mit steigender Produktion und schnellerem Vegwerfen wird unnötig viel Müll produziert, der schließlich auch irgendwo deponiert werden muss.

Slow-Fashion ist die Gegenbewegung zum Fast-Fashion Phänomen. Unter Slow-Fashion versteht man nachhaltige und bewusste Mode. Durch eine Produktion mit Biostoffen und recyclten Materialen soll ein bewusstes Shoppingverhalten erschaffen werden. Gebrauchte Kleidung stellt eine andere Alternative da. Außerdem können Produkte von einem kleinen Unternehmen, bei dem die Produktion noch vor Ort gelagert ist, dazu beitragen. Zum Thema nachhaltige Mode wird es aber noch einen ausführlicheren Blogpost geben.

Ich hoffe ich konnte euch mit dem Beitrag zum Nachdenken bringen. Im nächsten Teil werde ich euch den heutigen Kunden vorstellen und was der heutige Markt mit uns macht. 🙂


Quellen: https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/fast_fashion_definition_2012.htm
https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/nachhaltigkeit_in_der_modebranche_1764.htm

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9 Kommentare

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  4. […] Grunde wird immer noch dort produziert wo es am billigsten ist. Fast Fashion. Der Begriff unter dem jedes Unternehmen arbeitet, um überhaupt noch mithalten zu können. Um der […]

  5. Huhu du Liebe – eine schöne Reihe ist das! 🙂
    Darf ich fragen, was du im Modebereich machst? Mich würde echt interessieren, wie stark solche Themen inzwischen in den Curricula in den Modeschulen verankert sind. Den Berichten von einigen Freundinnen nach hakt es da z.T. noch ganz schön. Aber umso besser, dass viele von uns inzwischen selbst nachforschen und sich und andere über das Netz weiter informieren können…

    Gruß aus Hamburg! <3
    Anna

    1. Hey Anna,
      Danke dir! 🙂
      Ich bin momentan noch gar nicht richtig in der Modebranche drin. Ich habe letztes Jahr ein Praktikum im Modedesign gemacht und mache momentan mehrere „short courses“ an der University of the Arts in London. Im Sommer werde ich dann den Ausbildungsgang Produktmanager für Mode und Bekleidung anfangen. Da bin ich auch echt mal gespannt inwiefern Nachhaltigkeit eine Rolle spielt 🙂 Ich denke und hoffe natürlich, dass das Thema in Zukunft auf jeden Fall mit auf dem Stundenplan steht!
      Liebe grüße aus London!
      Alica <3

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