Heimat, Zuhause…Bin ich heimatlos?

Hallo ihr Lieben,

Mit meinen zwei längeren Aufenthalten im Ausland (Amerika und Neuseeland) habe ich mich gefragt, was für mich der Unterschied zwischen Zuhause und Heimat ist.


Nachdem ich also für längere Zeit in einem Land, mit anderen Menschen, in einem anderen Haus, in einer anderen Gegend gewohnt habe, ist mir aufgefallen, dass Zuhause eigentlich überall sein kann. Ich würde nicht von mir selbst behaupten, dass wenn ich in meine Kleinstadt zurückkomme, dass ich sage:“Endlich Zuhause!“, denn das ist es irgendwie nicht. Wenn ich zurück in das Haus meiner damaligen Gastfamilie in den USA komme, fühle ich mich genauso heimisch, wie wenn ich zurück nach Nelson zu meinen dortigen Gasteltern gehe. Jedes Mal ist es ein Wiedersehen und jedes Mal kommt das Gefühl von Zuhause wieder hoch. Die Erinnerungen und Gefühle werden wieder nach vorne geschoben. Es ist aber ein rein gutes Gefühl. Flashback zu den guten alten Zeiten.


Aber was ist ein „Zuhause“? Für mich ist es ein Ort, es muss nicht zwanghaft ein Haus sein, an dem ich gerne zurückkomme. An dem ich mich sicher und gut aufgehoben gefühlt habe und mich immer noch fühle. Ein Ort, an dem ich Erinnerungen habe, mir ein Umfeld aufgebaut habe. Ein Fleckchen Erde, an dem alles passt. Die Menschen, die Umgebung, die Atmosphäre.


  • Laut dem Duden ist „Zuhause“ eine Wohnung, in der jemand zu Hause ist (und sich wohlfühlt).

Wenn man unterwegs ist, sind die Gedanken ganz woanders. Dann schweben dir Gedanken wie diese im Kopf herum: Werde ich Freunde finden? Wie werde ich zurecht kommen? Schaffe ich es mir ein Umfeld aufzubauen? Dabei sind deine Gedanken im Hier und Jetzt. Aber diese „Sorgen“ werden so schnell vergehen, dass man erst einmal einen Moment braucht um zu realisieren, dass sich genau diese Sorgen in Luft aufgelöst haben. Man schafft alles mit ein wenig Zeit. So schnell wechselt man von Bedenken zu Höhepunkten und Erfahrungen.

Ich habe letztes einen sehr interessanten Artikel („The Hardest Part of Travelling that No One Talks About“) von Kellie Donnelley gelesen. Im folgenden Abschnitt habe ich mich voll und ganz wiedergefunden.

„But the sad part is once you’ve done your obligatory visits for being away for a year; you’re sitting in your childhood bedroom and realize nothing has changed. You’re glad everyone is happy and healthy and yes, people have gotten new jobs, boyfriends, engagements, etc., but part of you is screaming don’t you understand how much I have changed? And I don’t mean hair, weight, dress or anything else that has to do with appearance. I mean what’s going on inside of your head. The way your dreams have changed, the way you perceive people differently, the habits you’re happy you lost, the new things that are important to you. You want everyone to recognize this and you want to share and discuss it, but there’s no way to describe the way your spirit evolves when you leave everything you know behind and force yourself to use your brain in a real capacity, not on a written test in school. You know you’re thinking differently because you experience it every second of every day inside your head, but how do you communicate that to others?“


  • Laut dem Duden ist „Heimat“ ein Land, ein Landesteil oder ein Ort, in dem man (geboren und) aufgewachsen ist oder sich durch ständigen Aufenthalt zu Hause fühlt (oft als gefühlsbetonter Ausdruck enger Verbundenheit gegenüber einer bestimmten Gegend).

Sich heimisch fühlen, Zuhause sein. Schon mal drüber nachgedacht, wo genau der Unterschied liegt? Ich bisher auch nicht. Aber nachdem ich mir meine Gedanken dazu gemacht habe, wurde mir klar, dass (wie oben bereits erwähnt) Zuhause überall sein kann. Aber wann fühlt man sich heimisch? Wo ist die Heimat? Für mich ist meine Heimat dort, wo ich aufgewachsen bin, auch wenn ich mich dort nicht mehr so sehr Zuhause fühle, wie früher. Durch das Leben an verschiedenen Orten fängt man an sich heimatlos zu fühlen. Ein Stück Heimat hier, ein Stück Heimat dort. Aber wenn der Wunsch aufkommt wieder nach Hause zu kommen, weiß man gar nicht wohin. Das Herz ist zerrissen. Trotzdem würde ich sagen, dass meine Kleinstadt meine Heimat ist. Dort bin ich aufgewachsen, dort habe ich meine Kindheit und meine Jugend verbracht.

Aber lasst uns nicht unser Herz aufteilen. Wir können doch mehrere Herzen an mehreren Orten haben. Wir müssen ja keinen Kuchen an einem Ort backen, wir können auch mehrere unterschiedliche an verschiedenen Orten backen. Das ist doch auch um einiges spannender 😉 Vielleicht kann man dann ja sagen, dass wir heimatreicher sind. Es ist doch auch ein Privileg. Irgendwie gefällt mir das Wort „heimatreicher“. Es ist viel positiver. Das gefällt mir.


Für viele mag das unverständlich sein. Aber für mich ist es eindeutig. Ich habe kein richtiges Zuhause mehr und sich mit diesem Gedanken anzufreunden hat natürlich auch ein wenig gedauert. Aber so bin ich und so ist mein Leben.

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2 Kommentare

  1. Hannah alias HANica sagt: Antworten

    Kann mich darin auch total wiederfinden! Guter Post, Haserl und definitv…. wir werden immer heimatreicher und das ist gut so <3

    1. Das habe ich mir schon gedacht 😉

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