Fair Fashion – aber wo kauft man sie?

Hallo ihr Lieben,

nachdem ich in letzter Zeit angefangen habe über die Schattenseite der Modewelt zu berichten, dachte ich, wäre es an der Zeit Euch ein paar Tipps zu geben, wo man am besten faire Kleidung kaufen kann.

1. Second-Hand-/Vintage-Läden

Leider sind die Seond-Hand-/Vintage-Läden noch gar nicht so verbreitet in deutscland, wie sie es zum Beispiel in England oder Amerika sind. Ich finde es echt schade, dass viele denken Second-Hand sei etwas schlechtes. Aber dazu werde ich in kommender Zeit nochmal genauer schreiben.

In Deutschland gibt es dennoch viele Läden, die gebrauchte Kleidung anbieten. Man muss sich nur ein wenig schlau machen und schwups findet man auch einen Laden um die Ecke, von dem man vorher noch gar nicht wusste.

Bisher kann ich folgende Läden in Bremen empfehlen:

  • Anziehungspunkt Vintage (Ostertorsteinweg 100)
  • Off Course (Bauernstraße 8)

In Hamburg gehe ich persönlich gerne zu diesen Läden:

  • Vintage and Rags (Kurze Mühren 6)
  • Kilo- Shop (alle Erlöse gehen an das Deutsche Rote Kreuz, Neue Große Bergstraße 4 – 6)

In den USA kann ich Euch Plato’s Closet sehr ans Herz legen. Als ich mein High-School Jahr dort verbracht habe, bin ich dort liebend gerne hingegangen und komme jedes Mal gerne wieder zurück. Falls ihr einmal in Amerika sein solltet, schaut unbedingt mal vorbei. Die Standorte könnt ihr hier suchen und finden:

http://www.platoscloset.com/Locations#us

In England bzw. in London kann ich Euch nur raten einmal bei Traid vorbeizuschauen. Die haben mehrere Shops in ganz London verteilt. Da wird bestimmt einer in Eurer Nähe sein. Schaut unbedingt einmal auf deren Website vorbei. Die Erlöse gehen bei Traid nämlich an Hilfsprojekte in der Modeindustrie, auch hier wird es bald mehr zu geben.

http://www.traid.org.uk/shop-at-traid/

Second Hand Shopping in Berlin: Part 1:
2. Kleiderkreisel

Ganz bequem von Zuhause geht es aber auch. Zum Beispiel über www.kleiderkreisel.de. Dort kann man nicht nur gebrauchte Kleidung von anderen kaufen, sondern seine eigenen Klamotten kann man ebenfalls ins Netz stellen und sich so ein bisschen was dazu verdienen. Toll ist auch die Tausch-Option. Ihr habt also die Möglichkeit mit einer anderen Person einfach ein paar Teile zu tauschen und das meistens ohne etwas zu zahlen! Der Nachteil bei Kleiderkreisel ist nur, dass man die Sachen vorher nicht anprobieren kann. Allerdings werden meistens bekannte Marken angeboten und so kann sich leicht denken, ob es einem passen wird oder nicht.

Übrigens bin ich auch auf Kleiderkreisel unterwegs, schaut gerne mal vorbei. Vielleicht findet Ihr ja etwas, was Euch gefällt 😉

3. Kleidertausch-Partys

Eine super Idee sind auch die Kleidertausch-Partys. Schnappt Euch ein paar Freunde (die am besten dieselbe Konfektionsgröße haben), hängt alle Sachen schön auf eine Stange, dreht die Musik auf und tauscht fröhlich drauf los.

Schaut doch auch mal im Internet wann und wo in Eurer Stadt die nächste öffentliche Tauschparty veranstaltet wird. Meistens gibt es eine große Auswahl und lernt dazu noch nette Leute kennen 😉.

Kleidertauschparty - Clothes swap party GIEßEN www.vetaretus-5.de:
4. Flohmärkte

Auf Flohmärkten kann man ja bekanntlich alles Mögliche kaufen. Und dazu gehört auch Kleidung. Die ist (meistens) nicht nur super günstig, sondern oft auch in einem guten Zustand. Genauso wie bei den Punkten davor muss man ein wenig suchen bis man etwas findet was einem gefällt und auch passt. Aber ich denke das gehört einfach dazu.

Grundsätzlich gilt aber logischerweise, desto weniger man überhaupt erst kauft, desto weniger unterstützt man die Modeindustrie. Dennoch braucht und möchte man sich ab und zu ja auch mal etwas kaufen und das ist auch völlig in Ordnung. Bevor man aber sofort zur Kasse sprintet, sollte man noch einmal genauer über den Kauf nachdenken.

Brauche ich das wirklich? Finde ich das Teil wirklich schön und weiß ich womit ich es anziehen werde?


Schon mal einen kleinen Tipp am Rande. Der Internet-Store www.avocadostore.de hat nicht nur faire Klamotten, sondern auch sonst allerlei faire Produkte! Nur zu empfehlen!

Falls Ihr noch Tipps oder Läden in Eurer Nähe habt, lasst es mich unbedingt wissen! 🙂


Load More
Something is wrong. Response takes too long or there is JS error. Press Ctrl+Shift+J or Cmd+Shift+J on a Mac.
SHARING WITH LOVE

5 Wahrheiten über die Modebranche

Hallo ihr Lieben,

man schlendert durch die Einkaufsstraßen, bewundert die wundervoll dekorierten Schaufenster und jagt nach Schnäppchen. Aber es ist nicht alles gold was glänzt. Wer leidet, wenn wir unser 5-Euro Top kaufen und welche Auswirkungen hat es auf Mensch und Umwelt? Diese Frage werde ich euch heute in fünf Punkten beantworten. Los geht’s:

  1. Sklavenarbeit

    Um den heutigen Preis der Kleidung bei zu behalten, setzen Unternehmen auf Kinder- und Sklavenarbeit. Nicht selten werden Schulen geschlossen, damit schon die jüngsten Kinder Pailletten per Hand annähen oder Unkraut auf dem Acker jäten. Die Bedingungen sind grausam. Menschen werden bestraft und nicht fair bezahlt. Wenn ihr mehr über die Umstände wissen wollt, dann schaut mal hier vorbei. Dem Thema habe nämlich schon einem ganzen Blogpost gewidmet und bin mehr ins Detail gegangen.
  2. Der Einsatz von Pestiziden

    Tagtäglich werden Spritzmittel (Insektizide, Herbizide, Fungizide) auf Pflanzen und besonders auf Baumwolle gespritzt. Allein wenige Tropfen eines Spritzmittels können einen Menschen töten. Laut Schätzungen landet ein Kilogramm Spritzmittel auf jedem Hektar Baumwolle. Es gibt zwar auch nichtchemische Alternativen, aber davon wissen bisher noch zu wenige. Syngenta oder Bayer und Co. sind die weltweiten größten Agrargiftverkäufer. Eine Vorschrift von Schutzkleidung und Handschuhen ist vorgeschrieben, viele Bauern können sich diese aber oft nicht leisten oder sie sind für sie gar nicht erst erhältlich. Außerdem werden viele Piktogramme falsch gedeutet und Sicherheitshinweise nicht in der passenden Sprache angefertigt. Statt wie vorgeschrieben sechs- bis achtmal pro Saison zu spritzen, kommen die Pestizide bis zu 15-mal in Einsatz. Oft sind die Kanister undicht, so dass die giftige Flüssigkeit ausläuft. Kinder spielen mit leeren bereits benutzten Kanistern oder sie werden für den Wassertransport genutzt. Jährlich kommt es zu Hunderttausend Vergiftungen, wovon 20 000 Menschen daran sterben. Außerdem verseuchen die Pestizide Bäche und Seen. Durch den Kauf von Pestiziden geraten viele Bauern in eine Schuldenfalle, weil sie diese häufig nicht bezahlen können. Um dem zu entkommen, begehen viel Bauern Selbstmord.

  3. Das tragbare Chemielabor

    Eins steht fest: Weltweit landet allein ein Drittel aller Chemikalien in der Kleidung. Für atmungsaktive und wetterfeste Outdoorkleidung müssen neue Chemikalien her. Die Chlorchemikalie Triclosan (die Sportkleidung nicht stinken lassen soll) bringt nachweislich die Hautflora aus dem Gleichgewicht. Jeder kennt es, das gerade neu gekaufte T-Shirt kommt aus der ersten Wäsche und plötzlich sitzt es nicht mehr wie im Laden. Oft werden Chemikalien nur für das schöne Aussehen im Laden eingesetzt, die dann aber bei der ersten Wäsche weggespült werden. Leider sind immer noch zu wenige Stoffe, die Krebs erregen, die Fortpflanzung behindern oder zu einer Erbgutschädigung führen, verboten. Selbst nach einer unterzeichneten Vereinbarung, die besagte, dass der Einsatz von Schwermetallen begrenzt werden sollte, wurden Portemonnaies, Gürtel und Schuhe mit einem höheren Bleigehalt als gesetzlich erlaubt in Fast-Fashion-Ketten wie Forever 21 und Charlotte Russe entdeckt. Dies kann die Fruchtbarkeit der Frau beeinflussen und kann das Risiko auf einem Herzinfarkt, einen Schlaganfall und einen erhöhten Bluthochdruck steigen.

  1. Klimakiller

    Klar, ist auch, dass allein die Produktion eines einfachen T-Shirts Auswirkungen auf die Umwelt hat. Dazu zählt der Anbau auf dem Acker, das Spritzen von Pestiziden und Düngen, sowie bei der Veredelung und natürlich beim Transport per Schiff oder Flugzeug. Beim Kauf hört es aber nicht auf. Denn das Shirt muss auch gewaschen, getrocknet (und gebügelt) werden. Ein T-Shirt für Damen setzt allein bei der Herstellung fünf bis sieben Kilogramm CO2 in die Umwelt. Ein Herren-Shirt sieben bis neun Kilogramm. Dementsprechend mehr wird bei der Produktion von größeren, schwereren und aufwendigeren Kleidungsstücken eingesetzt. Zählt man eins und eins zusammen, so wird logischerweise mehr CO2 in die Umwelt gesetzt, wenn man mehr kauft. Das bringt mich auch gleich zu meinem letzten Punkt.
  1. Kleidung ist für die Kurzlebigkeit konzipiert

    Da Fast-Fashion-Riesen wie H&M, Zara und Co. fast monatlich neue Kollektionen auf den Markt bringen, kann die Qualität schon aus diesem Grund nicht sehr hoch sein. Im Endeffekt profitieren sie sogar von ihrer schlechten Qualität, die nach einer Wäsche auseinanderfällt, da der Kunde einfach erneut in den Laden geht und etwas Neues kauft. Ein durchschnittlicher Amerikaner wirft knapp 31 Kilogramm Textilien pro Jahr weg. Anstatt sie zu spenden, landen sie sofort auf den Mülldeponien. Dank der synthetischen Fasern, die aus Erdöl hergestellt werden, wird es Jahrzehnte brauchen bis die Kleidungsstücke vollständig abgebaut werden.

Ich denke diese fünf Punkte sind fünfte Punkte genug um seinen Konsum zu hinterfragen und sein Kaufverhalten genau zu beobachten. Brauche ich das wirklich? Finde ich vielleicht eine umweltfreundlichere und fairere Alternative? Klamotten sind schließlich Textilien, die direkt und öfter eng am Körper anliegen, genau deshalb sollte man sich über das Thema Gedanken machen.


Verweise:

Saubere Sachen, Kirsten Brodde, 2009, Teil 2, Kapitel 5,6,7

http://www.huffingtonpost.de/shannon-whitehead/wahrheiten-fast-fashion-kleidungsindustrie_b_5699004.html


Load More
Something is wrong. Response takes too long or there is JS error. Press Ctrl+Shift+J or Cmd+Shift+J on a Mac.
SHARING WITH LOVE

Erschreckende Wirklichkeit

Hallo ihr Lieben,

heute möchte ich euch die Hinterhältigkeit der Modeunternehmen genauer erklären. Es ist nicht nur die Sklavenarbeit, sondern geht schon zur reinen Verarsche der Menschen über. Alles für den Profit.


Insgeheim weiß doch jeder wie die Klamotten, die wir bei H&M, Zara und co. kaufen, hergestellt werden. Aber umso lieber vergessen wir diesen Aspekt, schließlich ermöglichen sie uns, uns modisch zu kleiden und das auch noch zu einem akzeptablen Preis. Sind wir Menschen wirklich so naiv geworden, dass wir die Verachtung der Menschenrechte jetzt schon komplett ausblenden?

Die Kampagne für saubere Kleidung hat die Kostenverteilung einer 100-Euro-Jeans vorgerechnet und das war das erschreckende Ergebnis:

Bei einer 100-Euro-Jeans gehen ein Euro an die Lohnkosten (!), 25 Euro an die Werbung und ganze 50 Euro bleiben beim Händel hängen!


Viel zu junge Menschen kleben Sportschuhe im Sekundentakt und schneiden überflüssige Nähte ab, um dafür einen Hungerlohn zu bekommen. Wir Europäer müssen aber teilweise einen ganzen Monatslohn für diese Ware hinblättern. Das kann doch nicht fair sein.

Kinderarbeit ist dabei eins der größten Probleme, besonders in der Baumwollindustrie. In Usbekistan schließen die Schulen, damit die kostengünstigen Arbeitskräfte Baumwolle pflücken, die Baumwolle mit Pestiziden behandeln oder Unkraut jäten können. Eine gute Bezahlung ist Seltenheit. Überhaupt eine Bezahlung ist keine Selbstverständlichkeit. Schulverweis und Bestrafung jeglicher Art sind die Kinder gewohnt, wenn sie die Quoten nicht erreichen. Textilproduzenten stellen lieber Kinder ein, gerade wenn es um Handarbeit geht. Kinder werden von ihren Eltern verkauft, verschleppt und zu stundenlanger Handarbeit unter schrecklichen Bedingungen gezwungen. Die Menschenrechte bleiben auf der Strecke.


Laut Artikel 23 (Recht auf Arbeit, gleichen Lohn) der Menschenrechte hat jeder Mensch das Recht auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen, gleichen Lohn für gleiche Arbeit, gerechte und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert. ff.


Geld regiert die Welt.


Man denkt vielleicht, dass wenn man 25 Euro anstatt 15 Euro für ein T-Shirt ausgibt, könne man die Bedingungen wenigstens ein wenig verbessern. Die National Labor Commitee (NLC), eine New Yorker Organisation, die sich für Arbeitsrechte einsetzt, bestätigte, dass „Europäische Labels nicht besser seien als amerikanische“ und auch „die großen Moderiesen unter schrecklichen Bedingungen produzieren lassen.“

Im Grunde wird immer noch dort produziert wo es am billigsten ist. Fast Fashion. Der Begriff unter dem jedes Unternehmen arbeitet, um überhaupt noch mithalten zu können. Um der Schnelligkeit Stand zu halten, werden Aufträge an Subunternehmen weitergeben, bei denen die Unternehmen nicht genau wissen, wo und wie sie produzieren lassen. Unternehmen stellen sich daraufhin machtlos da, selbst wenn sie die Einhaltung korrekter Arbeitsbedingungen schriftlich abgesichert wurde. Dennoch sind Unternehmen in der Lage jeden Handgriff der Produktion zu kontrollieren. Die Unternehmen wollen uns mal wieder für dumm verkaufen.


Laut Artikel 24 (Recht auf Erholung und Freizeit) der Menschenrechte hat jeder Mensch das Recht auf Erholung und Freizeit und insbesondere aus eine vernünftige Begrenzung der Arbeitszeit und regelmäßigen Urlaub.


Für viele Jugendliche gibt es kaum eine Alternative. Sie besorgen sich gefälschte Pässe, um trotzdem stunden- und tagelang in den Fabriken zu arbeiten. Ansonsten könnten sie ihre Familie nicht unterstützen. Sie haben Angst ihre Arbeit zu verlieren, wenn sie etwas sagen. Verständlich. Die Bildung junger Menschen steht schon lange nicht mehr im Vordergrund.


Laut 26 (Recht auf Bildung) der Menschenrechte hat jeder Mensch das Recht auf Bildung, zu mindesten der Grundschulunterricht und die grundlegende Bildung. ff.


Damit die Frauen und Jugendliche nicht sofort wieder kündigen, wird oft der erste Lohn gar nicht erst verteilt. Inspekteure kommen selten unangemeldet. Daher können sich die Fabriken auf den Besuch vorbereiten und die Arbeiter werden gezwungen ein gutes Bild von den Arbeitsbedingungen abzugeben. Durch den Zeit- und Preisdruck der europäischen Unternehmen sind die Fabriken gezwungen nach diesem Schema zu handeln. Denn wenn nicht pünktlich geliefert wird, verliert die Fabrik den Auftrag und die Arbeiter schlussendlich ihre Arbeit.


Bei all den schrecklichen Bedingungen wird aber kein Wort über die Menschenrechte verloren. Kapitalismus. Wo bleibt die Würde der Menschenrechte? Ich habe das Gefühl, dass den Menschen der ersten Welt das Leid anderer Menschen nicht besonders wichtig ist. Sind wir wirklich so naiv geworden? Da kann man doch nicht einfach wegschauen. Da merkt man doch erst, dass die Würde der Menschenrechte noch keine Selbstverständlichkeit ist. Auch wenn viele davon ausgehen.


Ein Wechsel auf Biobaumwolle kann schon viel helfen. Oft ist es nur noch ein kleiner Preisunterschied, aber daher wird die Produktion vom Acker bis in den Kleiderschrank stärker kontrolliert. Dazu kommt in Zukunft aber noch mehr. Seid gespannt 😉

Faire Kleidung heißt Sauberkeit und Sozialverträglichkeit der Ware. Keine Kinderarbeit, Freiheit in den Gewerkschaften und faire Löhne.


Verweise:

  • Saubere Sachen, Kirsten Brodde, 2009, Teil 2, Kapitel 4
  • Menschenrechte Amnesty International (https://www.amnesty.de/alle-30-artikel-der-allgemeinen-erklaerung-der-menschenrechte)

Load More
Something is wrong. Response takes too long or there is JS error. Press Ctrl+Shift+J or Cmd+Shift+J on a Mac.
SHARING WITH LOVE

Slow/Fast Fashion – Was ist das? – Teil 2 der Marktwandelserie

Hallo ihr Lieben,

heute kommt der zweite Teil der „Die Bedeutung des Marktwandels“-Serie. Ich werde euch den Begriff Fast Fashion und Slow-Fashion erklären, die damit folgenden Marktveränderungen erläutern und euch zum Schluss die Folgen auflisten, die euch hoffentlich zum Nachdenken bringen werden.


Fast Fashion ist seit den 1980er Jahren ein ständig wachsendes Erfolgsmodell der Mode- und Textilindustrie. Dabei kopieren dominierende Modeketten wie H&M, Zara und co. Modelle direkt vom Laufsteg und intigrieren die neusten Trends in ihren aktuellen Kollektionen. Dies wiederum führt zu mehreren, genauer gesagt acht bis zwölf Kollektionen pro Jahr mit einer höheren Zahl von Auslieferungsterminen. Die Vorlaufszeit für Produktionen beträgt nur noch wenige Wochen, wodurch Stoffe im Voraus festgelegt werden müssen. Dadurch müssen Unternehmen entweder teure Transportwege in Kauf nehmen oder ihre Produktion so nah wie möglich an den Verkaufsort verlagern. Mit knappen Lieferterminen wird Druck auf die Lieferanten ausgeübt. Lohnkürzungen und ökologisch unverantwortliche Verfahren sind die Folge.

Durch eine Produktion zusätzlicher Kollektionen versuchen auch Luxusmarken ihr Unternehmen als aktuell und relevant erscheinen zu lassen. So soll das Untergehen der einzelnen Marken verhindert werden. Außerdem  soll durch eine schnelle Produktion (egal ob Luxusmarken oder nicht) und durch mehrere Kollektionen die Nachfrage angekurbelt werden. Greift man nicht rechtzeitig zu, ist das neue Modestück auch schon wieder verschwunden so schnell wie es gekommen ist. Zwischensaisonkollektionen tragen außerdem dazu bei dem Kunden zu signalisieren, dass man seine Gadrobe ständig zu wechseln hat, um modisch dabei sein zu können.

Ein weiterer Begriff lautet McFashion. Die Mode wird dabei mit leeren Kalorien verglichen. Durch das ständige Kaufen neuer Klamotten wird zwar der Kleiderschrank gefüllt, das Verlangen nach etwas neuem wird dabei aber nicht gestillt. Ich finde das beschreibt unser Kaufverhalten ziemlich gut.

Die damit verbundenen Folgen sind uns eigentlich alle bekannt: Wir haben viel zu viel Kleidung, die wir schlussendlich gar nicht alle tragen können. Durch schlechtere Qualität halten unsere Kleidungsstücke nur noch eine gewisse Zeit. Ob es nur ein kleines Loch im Shirt ist oder uns das Motiv auf dem Pulli nicht mehr gefällt, egal, ab in den Müll (Wegwerfmentalität). Massenproduktion und ein erhöhter Chemikalieneinsatz in den Produktionsländern wie China gehört zum Alltag. Schlussendlich leiden Menschen und unsere Natur. Denn selbst geringe Chemikalien in einzelnen Textilien führen in großen Sicht zur Verbreitung schädlicher Substanzen auf der ganzen Welt. Aber nicht nur die Produktionsländer haben Probleme mit dem Modekonsum. Mit steigender Produktion und schnellerem Vegwerfen wird unnötig viel Müll produziert, der schließlich auch irgendwo deponiert werden muss.

Slow-Fashion ist die Gegenbewegung zum Fast-Fashion Phänomen. Unter Slow-Fashion versteht man nachhaltige und bewusste Mode. Durch eine Produktion mit Biostoffen und recyclten Materialen soll ein bewusstes Shoppingverhalten erschaffen werden. Gebrauchte Kleidung stellt eine andere Alternative da. Außerdem können Produkte von einem kleinen Unternehmen, bei dem die Produktion noch vor Ort gelagert ist, dazu beitragen. Zum Thema nachhaltige Mode wird es aber noch einen ausführlicheren Blogpost geben.

Ich hoffe ich konnte euch mit dem Beitrag zum Nachdenken bringen. Im nächsten Teil werde ich euch den heutigen Kunden vorstellen und was der heutige Markt mit uns macht. 🙂


Quellen: https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/fast_fashion_definition_2012.htm
https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/nachhaltigkeit_in_der_modebranche_1764.htm

SHARING WITH LOVE

Die Bedeutung des Marktwandels in der Modeindustrie – Teil 1

Hallo ihr Lieben,

Märkte verändern sich ständig und das ist auch gut so. Nur so kann man etwas verbessern. Dennoch kommen so neue Probleme und Aufgaben auf uns zu. Heute möchte ich euch den Marktwandel innerhalb der Modeindustrie ein kleines bisschen nähen bringen. Im Laufe der Zeit werden mehr und mehr Einträge basierend auf diesem Artikel erscheinen und ich hoffe ihr freut euch genauso drauf wie ich 🙂 .

Aber eins nach dem anderen. Es gibt auch positive Aspekt der globalisierten Wirtschaft, da Rohstoffe und Fertigprodukte preisgünstig aus allen Herren Ländern beziehen werden können. Dennoch ist diese Industrie durch Arbeitsteilung und spezialisierten Maschinen eine lohnintensive Branche.

Grundsätzlich muss man leider sagen, dass eine Produktion in Deutschland schlicht und ergreifend zu teuer ist, aufgrund der hohen Lohn- und Lohnnebenkosten. Daher wurde die Produktion zum größten Teil nach Asien (z.B. China und Indien), aber auch nach Osteuropa verlagert, um Produktionskosten zu senken. Selbst bei Luxusprodukten, bei denen eine hohe handwerkliche Fähigkeit benötigt wird, erlebt man kaum noch eine Produktion in Deutschland. Im eigenen Land spielt hauptsächlich die Verwaltung, das Konzept und die Entwürfe eine entscheidende Rolle. Die Produktion wird von günstigen Arbeitskräften übernommen. Lediglich Kollektionen als Musterexemplar, für die Presse oder den Laufsteg werden nahe dem Standort angefertigt, um eine schnelle Änderung zu gewährleisten.

Aufgrund der Produktionsverlagerungen kann man schlechte Arbeitsbedingungen kaum noch verhindern. Es muss nicht alles zwangsläufig unter schlechten Bedingungen gefertigt werden, dennoch ist die Wahrscheinlichkeit höher, da sich die Arbeitsbedingungen in Bangladesch von denen in Deutschland unterscheiden. Man sollte sich bewusst sein, dass günstige Angebote oft mit niedrigen Herstellungskosten und somit mit menschenverachtenden Arbeitsbedingungen, wie zum Beispiel Niedriglöhne oder dem verantwortungslosen Umgang mit der Gesundheit oder der Umwelt, in Verbindung stehen. Zudem gibt es in den Schwellen- und Drittweltländern keine Ökostandards, keine (oder schlechte) Absicherung im Notfall, sogar Kinderarbeit und unvorstellbare Beschäftigungsbedingungen. Man sollte sich jedoch auch gewiss sein, dass China 2005 in der Textilproduktion einen Marktanteil von 50 Prozent einnahm. China ist daher kaum noch aus der Produktion der Modeindustrie wegzudenken.

Nicht nur die schlecht behandelten Arbeitskräfte leiden darunter, auch die Natur ist davon stark betroffen. Ein Beispiel dafür ist der Aralsee in Zentralasien. Durch die wasserintensive Baumwollindustrie hat er bis 2006 80 Prozent seines Wassergehalts verloren. Daraus resultierte, dass viele Fischer aufgrund von Fischmangel zu dem Baumwollanbau übergingen. Es stellt sich nun die Frage, ob die Produktion von dieser wasserbedürftigen Industrie verringert werden soll. Jedoch ist dies fraglich, da alleine etwa 60 Millionen Inder von der Baumwolle abhängig sind.

Innerhalb der letzten 50 Jahre hat sich die Modewelt stark verändert. Genauer gesagt: Fast Fashion entstand. Aber dazu im nächsten Eintrag mehr 🙂

 

SHARING WITH LOVE

WOW im wahrsten Sinne des Wortes!

Hallo ihr Lieben,

letzte Woche habe ich so einiges erlebt!

Nachdem ich mich dann doch spontan entschieden habe mir ein Ticket für die WOW (World of Wearable Art) Show zu kaufen, hieß es für mich: Hostelsuche in Wellington. Naja, eine richtige Suche war es nun auch wieder nicht. Jill hatte mir eins empfohlen und dort habe ich mir dann auch ein Platz in einem vierer Mädelszimmer reserviert. Die Flüge waren auch recht schnell und günstig gebucht und so war mein nächstes Abenteuer Wellington für vier Tage zu erkunden.

World of Wearable Art ist ein internationaler Designwettbewerb mit verschiedenen Kategorien. Designer aus der ganzen Welt senden ihre Kostüme/Kunst nach Wellington, um sie von der Jury beurteilen zu lassen. WOW (die Abkürzung) Show fand früher jährlich in Nelson statt, als es dann aber größer und größer wurden, waren die Kapazitäten zu klein für Nelson. Daher wurde die Show nach Wellington verlegt. Meine Gasteltern waren selbst dort und haben die Show unheimlich empfohlen, da konnte ich natürlich nicht anders hihi 🙂

Hier gibt es sonst noch mehr Infos:

https://www.worldofwearableart.com/

Freitagabend wurde dann der Rucksack gepackt und Samstagmittag ging es dann zum sehr sehr kleinen Flughafen in Nelson. Neu war mir auch, dass man bei Inlandsflügen durch keine Security gehen muss! Schon ein komisches Gefühl, aber auch recht entspannt. Der Flug ging auch recht schnell, waren ja nur 25 Minuten hihi. Das Hostel war nach einer kleinen Suche auch recht schnell gefunden, einchecken konnte ich aber erst am Nachmittag, deshalb habe ich meinen kleineren Rucksack gepackt und bin erst einmal Richtung Cuba Street gegangen.

p1000121

An sich war das Wetter eigentlich besser als auf dem Bild, aber das ist nur nebensächlich. An der Cuba Street gibt es viele kleine süße Cafés, Krimskramsläden, Klamottenläden, ach eigentlich alles was das Herz begehrt. Dort habe ich erst einmal Mittag gegessen und danach bin ich noch ein wenig an der Promenade lang gelaufen. An sich bin ich den Tag einfach durch die Stadt gestiefelt und bin ein bisschen durch die Gegend gewandert, um mich erst einmal zurecht zu finden. Am Abend habe ich mich noch mit ein paar anderen Leuten von StudyNelson getroffen und zusammen haben wir die Bars und Clubs unsicher gemacht. Die Gruppe hat mich gleich mega lieb aufgenommen und so hatten wir einen total geilen Abend bzw. Nacht. Dementsprechend müde war ich dann aber auch, als ich nachts ins Hostel ankam.

Am nächsten Tag habe ich mir ein niedliches Café gesucht, dort in Ruhe gefrühstückt und meinen Plan für den Tag gemacht. Nach dem echt leckerem Essen ging es dann für mich Richtung Cable Car. Bevor ich dort aber angekommen bin, bin ich zufällig auf den sunday underground market gestoßen.  p1000127Also an sich ein total niedlicher Markt in einer Art Tiefgarage. Es gab Kaffee und Kuchen und allerlei Verkaufsstände. Die Atmosphäre war dort einfach total schön, deshalb habe ich da auch erst einmal eine Zeit verbracht und mir ein paar Stände angeschaut. Bis ich aber beim Cable Car angekommen bin, musste ich natürlich noch bei einem Shop stoppen hihi.

Das Cable Car ist eine ein Meter spurige Standseilbahn, die einen 120 Meter über Wellington zieht. Von der aus kommt man zum wirklich sehr großen botanischen Garten und hat auch eine sehr schöne Sicht über Wellington. p1000150

Am späten Nachmittag kam aber mein Highlight: die WOW Show. Schon vor der Arena gab es eine kleine Preshow von Tänzern, die wirklich tolle Kostüme trugen. Meine Lust auf die Show stieg dadurch nur noch mehr! Während der Show durfte man leider keine Bilder machen, aber die ganze Show an sich, die Kostüme, die Bühnenbilder und auch die Lichter waren einfach nur der Hammer! Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht wie ich das beschreiben soll. An sich eine Art Modenshow, Tanzshow und ein wenig Theater vermischt. Sowas habe ich in der Form noch nie gesehen. Zum Schluss haben sie nochmal gezeigt welches Kostüm in welcher Kategorie gewonnen hat. Ich war so überwältigt von allem. Leider war die Show nur sooo schnell wieder vorbei und ich hätte mir gewünscht sie noch einmal sehen zu können…

  • Die Tänzer vor der Arena
    Die Tänzer vor der Arena
  • Vor der WOW Show
    Vor der WOW Show
  • Wellington
    Wellington
  • Der underground market
    Der underground market
  • Der underground market
    Der underground market

Am nächsten Tag bin ich den Mount Victoria hoch gelaufen. Der Weg ging durch einen Wald, der bei strahlendem Sonnenschein natürlich mega schön war, aber den Weg an sich war nicht ohne. Steil und lang, kann ich dazu nur noch sagen. Umso erleichterter war ich, als ich oben beim Lookout angekommen war. Von dort konnte man wirklich komplett Wellington sehen, vom Hafen bis zum Flughafen. p1000185Das Wetter wollte aber nicht ganz wie ich es wollte, denn als ich oben angekommen war, fing es leicht an zu nieseln… Na super, aber Wellington soll ja für seinen Wind und seinen Regen bekannt sein. Die Bilder, die von mir gemacht wurden, sind nur leider unscharf. Danach bin ich den ganzen Weg wieder runter und Richtung Bücherei gelaufen. Ich musste mich einfach mal hinsetzen haha. Die Bücherei ist eigentlich ganz schön, aber nichts besonderes. Auf dem Weg zu einem bestimmten Shop bin ich an den Regierungsgebäuden lang gelaufen. Ich war total begeistert von denen und architektonisch haben die mir total gefallen! Das Wetter hat sich komplett nochmal gedreht. Es war nun sonnig und warm. Nachdem ich also den ganzen Tag schon unterwegs war und nur rumgelaufen bin, habe ich mich entschlossen mich einfach an die Promenade zu setzen und ein wenig zu entspannen. Auf dem Weg zurück zum Hostel wurde ich von zwei Mädels gefragt, ob ich ein Bilder von denen machen könne. Gesagt, getan und so kamen wir ins Gespräch und haben uns nochmal hingesetzt und ungefähr eine Stunde miteinander gequatscht. Die beiden waren total nett und wir haben uns super verstanden. Ja und so haben wir uns irgendwie angefreundet hihi :).

  • Die Promenade bei Abend
    Die Promenade bei Abend
  • Die Mädels aus Wellington und ich
    Die Mädels aus Wellington und ich
  • Die Bücherei
    Die Bücherei
  • Die Regierungsgebäude
    Die Regierungsgebäude

Den letzten Tag habe ich im Nationalmuseum Te Papa verbracht. Das Museum ist wirklich wirklich groß und so habe ich auch vier ganze Stunden dort verbracht. Von der Geschichte Neuseelands bis Kunst gibt es dort alles verteilt auf fünf Etagen. Danach bin ich noch in die City Gallery gegangen, aber die war nicht sehr spannend. Sonst habe ich Wellington einfach noch ein wenig genossen, schließlich hatte ich am letzten Tag noch echt gutes Wetter.

Die vier Tage habe ich wirklich sehr genossen und ich bin total angetan von der Stadt! Auch wenn die Stadt nicht groß ist, finde ich die Stadt und auch die Leute sehr inspirierend und das Wetter war wirklich traumhaft 🙂

SHARING WITH LOVE

Ab ins neue Abenteuer – erster Praktikumstag bei Madcat

Hallo ihr Lieben,

heute war mein erster Praktikumstag bei Madcat im Founders Park und es war wirklich wirklich cool. Ich denke ich kann viel von ihr lernen.

Mit Jill, der Madcat gehört, habe ich erstmal einen Kaffee getrunken und wir haben über alles mögliche geredet. Sie hat mir erzählt was ich machen werde und was grob ihr Plan für die nächsten drei Monate ist. Von dem was sie mir erzählt hat (wobei man bei den Kiwis nie weiß, was in die Realität umgesetzt wird), wird sie mich wirklich sehr mit in ihren Arbeitsalltag mit einbinden. Die ersten zwei Wochen werde ich mir erst einmal alles anschauen und mehr über ihre Schulter schauen. Im Laufe der Zeit werden wir zusammen versuchen ihre Website zu verbessern und ich werde (laut Plan) mich um die Fotos der nächsten Flyer kümmern. Möglicherweise werde ich sogar noch Zeit für eigene Projekte haben. Jill hat mir wirklich viel erzählt und viel davon könnte ich jetzt wahrscheinlich gar nicht mehr wiederholen :D. Ich bin vollkommen reiz-überflutet haha. Aber ich freue mich schon sehr auf die kommende Zeit.

Heute stand recht viel auf dem Plan. Nachdem wir noch gemütlich Kaffee getrunken haben, ging es dann auch los. Um 11h bekamen wir Besuch von einem Mann aus Christchurch, der mit einem riesen Koffer voller Stoffbeispielen angereist kam. Natürlich haben wir uns alle angeguckt, auch wenn wir nur nach speziellen Stoffen geschaut haben. Nachdem wir unsere Auswahl getroffen haben, mussten wir noch differenzieren von welchem Stoff wir erste in Sample bestellen und welcher Stoff gleich in Rollen (meistens nimmt sie 10m) gekauft wird.

Danach mussten mehrfache Schnittmuster für Röcke auf den Stoff übertragen und ausgeschnitten werden. Wir haben uns die Arbeit geteilt und so ging es doch recht schnell rum. Denn um 14h erwarteten wir bereits neuen Besuch. Obwohl, Besuch kann man ihn nicht nennen. Luis, ein Schüler, hilft ihr jeden Mittwoch mit dem Bedrucken der Röcke, Kissen, T-shirts etc. Das war echt mega interessant zu sehen!

  • Bereit für den Druck
    Bereit für den Druck
  • Der Druckvorgang
    Der Druckvorgang
  • Der Druckvorgang
    Der Druckvorgang
  • Der selbst bedruckte Stoff
    Der selbst bedruckte Stoff
  • Das Atelier
    Das Atelier

Danach habe ich mit einer Maschine die Drucke „befestigt“, damit die Farbe beim Waschen nicht rauskommt. Daher das wir relativ viel bedruckt haben, hat das doch eine Weile gedauert.

Sie hat mir aber relativ schnell echt viel anvertraut, was mich gewundert hat, aber ich freue mich darüber!

 

SHARING WITH LOVE

Die Schneiderei als mein Hobby

Hallo ihr Lieben,

ich wollte euch gerne einmal mein Hobby ein wenig näher bringen, indem ich euch ein wenig davon erzähle und wie ich überhaupt dazu gekommen bin.

Ich war schon immer kreativ, egal ob im Zeichnen und Malen oder bei der Gestaltung unterschiedlicher Dinge. Und so fand ich auch schnell ein neues Hobby: das Schneidern.

Als ich 14 Jahr alt war fing ich an mich mehr mit der Mode auseinander zu setzen und mich intensiv mit ihr zu beschäftigen. Ich wälzte Modemagazine, recherchierte online und las Bücher zu jedem Thema, Hauptsache sie hatten irgendetwas mit Mode zu tun.  Auch heute gehe ich diesen Tätigkeiten liebend gerne noch nach und genieße jede freie Minute, in der ich den Alltag vergessen und in die Modewelt eintauchen kann. Nach einiger Zeit dachte ich darüber nach wie der Prozess der Fertigung eines einzelnen Kleidungsstücks aussehen könnte. Zu diesem Zeitpunkt war mir noch nicht bewusst wie detailliert und aufwändig dieser war!

Ich fing also an von meiner eigenen kleinen Nähmaschine zu träumen und meine Kleidung selbst herzustellen. An meinem 15. Geburtstag wurde mein Traum sogar Wirklichkeit. Einige Tage später gingen mein Vater und ich in einen Nähmaschinenladen in Bremen um uns zu beraten, wir beide hatten selbst keinen blassen Schimmer von Nähmaschinen. Schlussendlich entschied ich mich für die BROTHER Innov-is 10 Anniversary. Bis heute bin ich sehr zufrieden mit den leichten Handhabung und wird die nächsten Jahre wohl auch nicht ersetzt werden. Ab dem Kauf an war sie mein kleiner Schatz, der mir viel beigebracht hat. Gleich nach dem Kauf fing ich an ahnungslos drauf los zu nähen ohne wirklich eine Ahnung zu haben was ich eigentlich tue. Jedoch typisch für mich, ich halte nicht viel von Bedienungsanleitung, viel mehr möchte ich selbst herausfinden wie alles funktioniert. In der nächsten Zeit experimentierte ich viel, übte mich an Stofffetzen, machte einen Nähkurs (bei der die schwarze Bomberjacke zustande kam) und las einige Bücher über Schnittmuster und das Nähen allgemein. Schon nebenbei zeichnete ich viele Modeskizzen. Immer wenn ich Zeit fand versuchte ich neue Dinge. Somit fand das Schneidern und die Mode einen festen Platz in meinem Leben, der bis heute Bestand hat. Bei einem Praktikum an der Hochschule für Künste diesen Jahres kam der metallicfarbene Rucksack zustande.

Gerne und oft finde ich auch Inspiration auf Instragram, auf der Straße und im Alltag. Ich liebe es durch Stoffläden zu schlendern, um mich inspirieren zu lassen. Häufig sehe ich einen Stoff, der mir sofort ins Auge springt und sehe bereits, was ich daraus machen möchte. Danach schaue ich, ob ich Zuhause ein passendes Schnittmuster finde. Wenn ja, dann gehe ich schlicht und ergreifend danach. Wenn nicht, dann suche ich mir etwas Passendes aus dem Buch Do It Yourself Couture. Einfach nähen ohne Schnittmuster von Rosie Martin aus. Dabei braucht man kein bestimmtes Schnittmuster und kann ein eigenes Kleidungsstück ganz einfach als Vorlage nehmen. Alle Schritte sind einfach und kompakt erklärt. Meistens brauche ich ungefähr ein bis zwei Tage bis ein Stück fertig ist. Dann sitze ich aber auch schon gerne mehrere Stunden daran. Schließlich passiert es oft genug, dass man Nähte auftrennen muss und das ist ein ganz schöner Zeitvertreib. Wenn ich mal etwas fertig genäht habe, gehört es aus meiner Sicht dazu, es in Szene zu setzen.

Jede Gelegenheit kreativ zu sein nutze ich liebend gerne aus. Daher habe ich für die Mottowoche in der Schule eins meiner Kostüme selbst genäht. Vorher wusste ich genau, was für ein Kleid ich nähen möchte und war daher auf der Suche nach einem passenden Stoff. Da ich nicht unbedingt zu viel Geld für den Stoff ausgeben wollte, habe ich Zuhause nach etwas Passendem gesucht. Nach einer Weile habe ich dann durch Zufall eine alte Leopardendecke gefunden und nach der Einwilligung meiner Eltern durfte ich zu meinem Wunschkleid umfunktionieren. Dafür habe ich mich an die Anleitung aus meinem Lieblingsbuch gehalten und ein gut sitzendes Kleid als Vorlage genommen. Mit dem Ergebnis war ich sehr zufrieden und auch der Stoff war, dank der Decke, sehr kuschelig.

Was sagt ihr zu den Ergebnissen? 🙂

 

 

SHARING WITH LOVE